FOURbild
des Monats Januar
Mit unserem neuen Format „FOURbild des Monats“ rücken wir Frauen in den Mittelpunkt, die uns inspirieren. Sie erhalten die Möglichkeit, sich und ihr Business vorzustellen – und so andere Frauen zu motivieren und zu stärken.
Katharina Hülsen begleitet Menschen, Teams und Führungskräfte in Entwicklungsprozessen, die nicht an der Oberfläche bleiben.
Nach vielen Jahren als Führungskraft sowie Coach und Trainerin im Banken- und Versicherungswesen entschied sie sich bewusst für einen anderen Weg: für echte, nachhaltige Entwicklung – mit Herz, Verstand und Wirkung.
Im pferdegestützten Coaching schafft sie einen Raum, in dem innere Haltung, Klarheit und Beziehung sichtbar werden. Pferde reagieren ehrlich und unmittelbar. Sie spiegeln Präsenz, Grenzen und innere Ausrichtung – ohne Bewertung, ohne Umwege. So entstehen Erkenntnisse, die nicht nur verstanden, sondern tief verankert werden. Pferde begegnen dem Menschen im Hier und Jetzt – genau darin liegt die besondere Tiefe und Wirksamkeit dieser Arbeit.
Katharinas Arbeit steht für Verbindung statt Konzepte, für Tiefe statt schneller Lösungen. Sie unterstützt Menschen dabei, sich selbst wieder klarer wahrzunehmen, Verantwortung bewusst zu übernehmen und mit neuer Haltung in ihren Alltag zurückzukehren.
Was hat dich dazu bewegt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen?
Ich war viele Jahre selbst Führungskraft im Bankenwesen – ein schneller Alltag, viel Verantwortung, sehr viel im Kopf. Und ich habe es geliebt, Menschen zu entwickeln, Kunden zu beraten, Teams voranzubringen, Potenziale sichtbar zu machen. Auch dort bereits als Coach & Trainer unterwegs. Später wechselte ich in einen großen Versicherungskonzern, als Coach und Trainerin im Außendienst. Von außen betrachtet war alles „richtig“. Innen fühlte es sich irgendwann nicht mehr richtig an.
Als 2017 unser Sohn geboren wurde, hat die Elternzeit alles in mir auf den Prüfstand gestellt. Ich stellte mir oft die Fragen:
– Wie soll es weitergehen?
– Was will ich wirklich?
– Wer bin ich, wenn ich niemand sein muss?
– Wo liegen meine Kompetenzen, meine Stärken – und was will ich mit ihnen bewirken?
Die ehrliche Antwort war: Ich will Entwicklung mit Nachhaltigkeit. Tiefe statt Oberfläche. Keine Change-Impulse, die zwei Wochen später verpuffen. Sondern echte Transformation – Herz, Verstand und Wirkung im Einklang.
Und dann kam dieser Moment, der alles veränderte.
Ein Pferd stand zum Verkauf. Ich kannte sie von klein auf. Erst hatte ich gar keinen Gedanken daran, sie in mein Team zu holen. Aber dann folgte sie mir eines Tages mehrfach über die große Weide, ohne dass ich sie rief, ganz frei. Sie entschied sich. Für Kontakt. Für Verbindung.
Irgendwann setzte ich mich auf die Wiese. Sie blieb bei mir, als einzige von der Herde, immer im Abstand von 2 m um mich herum. Das war der Moment in dem ich mir dachte: Wie soll das gehen, wenn ich sie wirklich kaufe?
Ich überlegte und dachte an mein erstes eigenes Pferd, Juppy. Von ihm hatte ich damals so viel für mein Team und mich gelernt – über Präsenz, Klarheit, Grenzen, innere Haltung. Ich fuhr nach Hause, recherchierte, hinterfragte, erstelle mir einen Business Plan. Und plötzlich war alles klar.
„Das ist es. Genau das möchte ich in die Führungskräfte-, Team-, und Persönlichkeitsentwicklung bringen.“
Pferdegestütztes Coaching. Nicht, weil es außergewöhnlich ist – sondern weil es ehrlich ist. Unverstellt. Wirkungsvoll.
Und damit begann mein Weg in die Selbstständigkeit mit Herz, Verstand und Wirkung.
Was würdest du heute anders machen, wenn du nochmal von vorne anfangen könntest?
Ich würde mir von Anfang an ein starkes Offline-Netzwerk aufbauen.
Menschen treffen. Von meiner Arbeit erzählen. Gespräche führen, statt still zu hoffen, dass „es sich schon irgendwie rumspricht“.
Heute weiß ich:
Unsere Arbeit/Job kann nicht sprechen. Sichtbarkeit entsteht nicht am Laptop. Sie entsteht im Austausch – von Mensch zu Mensch.
Und ich würde heute diesen Schritt sehr viel früher gehen.
Gibt es eine besondere Erfolgsgeschichte, die dich besonders stolz macht?
Ich könnte keine einzelne herausgreifen.
Jede Begleitung – egal ob Einzelperson, Team oder Geschäftsführung/Führungskraft – ist einzigartig und macht mich stolz.
Jeder Mensch kommt mit einem eigenen Thema, einer eigenen Geschichte, einer eigenen Erwartung.
Und jedes Mal passiert etwas, das mich berührt:
Wenn jemand plötzlich sagt: „Jetzt verstehe ich, was in meinem Team wirklich passiert.“
Wenn Angst zu Klarheit wird.
Wenn ein Konflikt sich in Verbindung wandelt.
Wenn die eigenen Intuition wieder wahrgenommen und gehört wird.
Wenn Verstand und Herz wieder den Einklang finden.
Wenn Menschen mit neuer Haltung zurück in den Alltag gehen.
Diese Wirkung – das ist es, was mich stolz macht.
Gab es eine Mentorin oder ein Vorbild, das dich auf deinem Weg begleitet hat?
Eine klassische Mentorin gab es nicht.
Aber es gibt Menschen, mit denen ich im Austausch bin. Wo wir uns supporten und es auch mal einen Schubser gibt. Sehr dankbar bin ich tatsächlich auch meinem Mann, der von Anfang an mein größter Supporter ist.
Mein größtes Vorbild ist bis heute mein Opa. Wir hatten eine ganz besondere Verbindung.
Er war ein Mensch, mit so viel Charme und Humor – er war präsent durch Haltung, durch Werte, durch seine Lebensfreude.
Er hat mir beigebracht, dass Stärke und Herz sich nicht ausschließen.
Und dass man Wirkung nicht behauptet, sondern lebt.
Viele seiner Worte trage ich bis heute in meinem Alltag, in meiner Arbeit und in meiner Haltung als Coach – und als Mensch.