FOURbild
des Monats Februar
Mit unserem neuen Format „FOURbild des Monats“ rücken wir Frauen in den Mittelpunkt, die uns inspirieren. Sie erhalten die Möglichkeit, sich und ihr Business vorzustellen – und so andere Frauen zu motivieren und zu stärken.
Verena, „Die Bierdame„, steht für mutige Entscheidungen, Vertrauen ins eigene Bauchgefühl und eine klare innere Überzeugung. Als Unternehmerin, Dozentin und Expertin rund um Bier, Genuss und Handwerk, verbindet sie Fachwissen mit Haltung. Sie zeigt, wie kraftvoll es ist, den eigenen Kurs zu verfolgen – auch wenn er nicht immer geradlinig verläuft.
Im FOURbild spricht Verena offen über ihre Selbstständigkeit, den Umgang mit Zweifeln, persönliche Lernprozesse und darüber, welche Rolle Gemeinschaft dabei spielt.
Was war der entscheidende Moment, der dich dazu motiviert hat, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen?
Seit 2017 betrieb ich bereits ein Kleingewerbe, über das ich meine Stadtführungen und Tastings organisierte. Als ich meine Position als Geschäftsführerin in einer Brauerei aufgab, tat ich das aus dem Wunsch heraus, mich intensiver meinem Herzensthema zu widmen, sowie mein Studium zum Master of Beer abzuschließen.
Nach privat wie beruflich sehr fordernden Jahren habe ich gemerkt, dass ich mich mehr um mich und meine eigenen Bedürfnisse kümmern muss – und auch will.
Der Schritt in die Selbstständigkeit war für mich deshalb die logische Konsequenz – eine bewusste Entscheidung für persönliche Überzeugung und Verantwortung. Es war ein großer Schritt, der sich aber von Anfang an absolut richtig anfühlte, weil ich meinem Bauchgefühl vertraut habe.
Was waren die größten Herausforderungen beim Start in die Selbstständigkeit, und wie hast du sie gemeistert?
Eine der größten Herausforderungen beim Start in die Selbstständigkeit waren für mich die vielen formalen Anforderungen – alles, was mit Ämtern, Behörden und gesetzlichen Vorgaben zu tun hat. Über den Sinn mancher Regelungen lässt sich sicherlich diskutieren – oder auch schmunzeln. Ich habe gelernt, Schritt für Schritt vorzugehen, pragmatisch zu bleiben und darauf zu vertrauen, dass diese Hürden zu bewältigen sind – schließlich schaffen es viele andere ja auch.
Außerdem habe ich nicht gezögert, Hilfe in Anspruch zu nehmen, etwa bei der Wirtschaftsförderung. Es gibt einige öffentliche Einrichtungen, die offen und ehrlich unterstützen können.
Eine ebenso große Herausforderung waren die eigenen Zweifel: Ob alles wirklich funktioniert, ob ich dem gewachsen bin, ob ich gut genug bin. Ich habe diese
Zweifel ernst genommen, mich aber nicht von ihnen aufhalten lassen.
Stattdessen habe ich mir immer wieder bewusst gemacht, warum ich diesen Weg gehe, mir Unterstützung gesucht und an meine Idee geglaubt.
Auch die Entscheidung, in welche Richtung ich mich entwickeln wollte, war nicht einfach: Masterabschluss, Tastings, Events, Dozententätigkeit, freiberufliche
Arbeit bei Brauereien oder in der Gastronomie – vieles war denkbar. Letztlich ergaben sich einige Entscheidungen ganz organisch: Ich wurde als Dozentin angefragt, die Nachfrage nach Tastings stieg, Ideen kamen und gingen. Ich bin mir selbst treu geblieben und habe auch mal „Nein“ gesagt – danke an mein Bauchgefühl .
Heute arbeite ich auf fünf Säulen: Stadtführungen („Wirtshausgeschichten Billerbeck“), Bier-Tastings und -Events, Dozententätigkeit, Beratung fürBrauereien und Gastronomie sowie als Judge bei Bier-Wettbewerben. Es wird nie langweilig – und genau das macht es so spannend.
Was würdest du heute anders machen, wenn du nochmal von vorne anfangen könntest?
Rückblickend würde ich mir selbst raten, noch mutiger zu sein und früher konsequent an mich zu glauben. Ich würde versuchen, mich weniger über Dinge zu ärgern, die sich nicht sofort ändern lassen, und meine Energie stattdessen stärker auf das zu richten, was ich wirklich gestalten kann. Viele Herausforderungen gehören einfach zum Weg dazu – heute sehe ich sie mehr als Lernchancen.
Fehler sind Helfer, nur anders buchstabiert! Genau das möchte ich auch anderen mitgeben: Vertraut euch selbst, bleibt dran und lasst euch von Rückschlägen nicht entmutigen.
Wie wichtig ist dir der Austausch mit Gleichgesinnten in einer Gemeinschaft wie dem Four Network?
Für mich ist der Austausch mit Gleichgesinnten im Four Network unglaublich wertvoll. Jede Person bringt ihre eigene Geschichte, Perspektive und Meinung ein – daraus entsteht eine bunte Mischung, aus der man sich persönlich das Beste herausziehen und weiterentwickeln kann. Genau solche Begegnungen geben Inspiration, neue Impulse und zeigen, wie viel man voneinander lernen kann.
Die Plattform, die FOUR bietet, ist unglaublich abwechslungsreich. Die Events decken u.a. Themen wie Kunst, Design, Marken, Genuss und vor allem Austausch ab – wunderbar authentisch, ohne Schnick-Schnack und Zwang.
Welchen Tipp würdest du deiner besten Freundin geben, die mit dem Gedanken spielt, sich selbstständig zu machen?
Los! Trau dich, auf dein Bauchgefühl zu hören und einfach zu starten.
Die Erfahrungen, die du unterwegs sammelst, sind oft viel wertvoller, als man denkt – und manchmal inspirieren sie sogar andere, ihren eigenen Weg zu gehen.
Sei ehrlich zu dir selbst, bleib reflektiert, aber hör dabei nie auf, deinen Weg zu gehen.
Hast du eine persönliche Erfolgsgeschichte oder einen Meilenstein, der dich besonders stolz macht?
Besonders stolz machen mich die Einladungen als Jurorin zu Beer-Awards und Wettbewerben, bei denen ich mein Fachwissen einbringen darf. Sie zeigen mir, dass meine Arbeit geschätzt wird und Vertrauen in meine Expertise besteht.
Mindestens genauso viel bedeuten mir aber die Momente nach meinen Tastings, wenn Gäste erzählen, dass sie Bier völlig neu erlebt haben und mit frischen Genussideen nach Hause gehen. Genau dann weiß ich, warum ich diesen Weg gewählt habe: Wissen zu teilen, Begeisterung zu wecken und Menschen neue Zugänge zu Genuss und Handwerk zu eröffnen.
Hast du ein Vorbild oder eine Mentorin, die dich auf deinem Weg begleitet hat?
Ich habe kein klassisches Vorbild, weil ich lieber meinen eigenen Weg gehe – Vergleiche mit anderen sind nicht so meins. Aber ich bin unglaublich dankbar für die Menschen, die mich auf meinem Weg begleiten: Mein Mann, der meine verrücktesten Ideen mitträgt, meine beste Freundin, die mich ehrlich und direkt reflektiert, und meine Best Beer Buddies, mit denen ich mich immer austauschen kann. Sie alle geben mir Halt, Inspiration und Bestätigung, ohne mir meinen eigenen Weg abzunehmen – das schätze ich sehr.
„Fehler sind Helfer, nur anders buchstabiert“
Wie wichtig ist Networking für deinen beruflichen Erfolg, und welche Strategien nutzt du dafür?
Networking ist in meiner Branche absolut entscheidend, weil ich keine klassischen „Schreibtisch-Kollegen“ habe, mit denen man sich mal eben austauschen kann. Ich habe einen kleinen, sehr engen Freundeskreis, dessen Mitglieder alle auf unterschiedliche Weise mit Bier zu tun haben – dort findet ein intensiver und wertvoller Austausch statt.
Außerdem sind Events, Awards und Treffen wichtig, um sich gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen, Projekte zu planen und neue Ideen zu entwickeln.
Ich versuche, mich breit aufzustellen, damit mein Angebot spannend bleibt und ich unterschiedliche Facetten meines Themas abdecken kann.
Networking ist auch darüber hinaus wichtig: Ob im engen Freundeskreis, bei Workshops, Vorträgen oder Seminaren: Ich tausche mich aus, lerne spannende
Menschen kennen und lasse mich inspirieren. So bleibe ich vielseitig und entwickle mich ständig weiter.
Networking heißt für mich: Menschen treffen, Ideen teilen, Inspiration tanken – und dabei immer ein Stück weiter wachsen.
Welche Rolle spielt für dich das Netzwerk oder Mentoring bei deinem Erfolg – und warum ist Unterstützung so wichtig?
Erfolg ist für mich ein fortlaufender Prozess – und dabei spielen ein gutes Netzwerk und Mentoren eine entscheidende Rolle. Sie sind wie Weggefährten:
Sie geben Orientierung, motivieren, nehmen manchmal ein Stück Last ab und zeigen, dass man Herausforderungen nicht allein bewältigen muss.
Diese Unterstützung ist nicht nur wertvoll für den eigenen Weg, sondern inspiriert auch dazu, selbst andere zu begleiten und Türen zu öffnen.
Was bedeutet Erfolg für dich persönlich? Teile deine Definition!
Erfolg heißt für mich, zufrieden mit meinem Tun und persönlichen Weg zu sein.
Wenn meine Arbeit und mein Wissen wertgeschätzt werden und ich auf verschiedenen Ebenen reflektiert werde, erfüllt mich das mit Dankbarkeit und Zufriedenheit. Besonders bedeutsam ist für mich, wenn mein Handeln andere ermutigt, an sich selbst zu glauben oder dranzubleiben – das empfinde ich als echten Erfolg.
Finanzieller Erfolg gibt mir dabei Sicherheit und belohnt das Geleistete. Und wenn meine Leistung und Expertise anerkannt und weiterempfohlen werden, dann ist das für mich mein persönlicher Erfolg.