FOURbild 

des Monats August – Susanne Niermann 

Mit unserem „FOURbild des Monats“ rücken wir Frauen in den Mittelpunkt, die uns inspirieren. Sie erhalten die Möglichkeit, sich und ihr Business vorzustellen – und so andere Frauen zu motivieren und zu stärken.

FOURbild des Monats: Susanne Niermann

Typ- und Imageberaterin, Gründerin von „die stilmacher“ & „women2style“

Wenn das Leben einmal alles auf Anfang stellt, braucht es Mut – und eine klare Vision. Susanne Niermann hat beides. Mitten im Leben entschied sie sich für einen radikalen Neuanfang: raus aus dem Angestelltenverhältnis, rein in die Selbstständigkeit. Heute berät sie Frauen dabei, ihren eigenen Stil zu finden – jenseits von Trends und Zwängen, dafür mit viel Gespür für Persönlichkeit, Wirkung und Selbstbewusstsein.

Mit „die stilmacher“ hat sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht, ihr Blog und Instagram-Kanal women2style zeigen, wie Stil im Alltag aussehen kann. Ob Einzelberatung, Online-Coaching oder Workshop – Susanne schafft Räume, in denen Frauen sich neu entdecken dürfen. Ihr Antrieb? Der Moment, in dem innen und außen zusammenfinden – und eine Frau beginnt, wirklich zu strahlen.

Was war der entscheidende Moment, der dich dazu motiviert hat, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen?

Es war dieses klare Gefühl: So wie bisher geht es nicht weiter. Ich wollte nicht länger fremdbestimmt arbeiten, sondern etwas tun, das mich wirklich erfüllt – und mir gleichzeitig den Freiraum gibt, mein eigenes Ding zu entwickeln.

Als ich 2010 meinen Job kündigte, war das mutig – aber auch unglaublich befreiend. Plötzlich hatte ich Raum, um bei mir selbst anzukommen und mir die Frage zu stellen: Was will ich eigentlich? Die Trennung hat mich dann fast schon gezwungen zu handeln. Ich musste mutig sein, einfach machen. Und so habe ich genau das getan – einen Schritt nach dem anderen, angetrieben von meiner Leidenschaft für Stil, Persönlichkeit und Wirkung.

Wenn ich heute zurückblicke, bin ich selbst überrascht, was daraus entstanden ist – und wie viel persönliche Entwicklung ich auf diesem Weg erleben durfte.

Was waren die größten Herausforderungen beim Start in die Selbstständigkeit, und wie hast du sie gemeistert? 

Die größten Hürden hatte ich definitiv im Kopf. Diese typischen Selbstzweifel: Bin ich gut genug? Wird das jemand buchen? Reicht das, was ich kann?

Dazu kam die praktische Seite: Kund*innen gewinnen, sichtbar werden, alles organisieren. Ich habe gelernt, Schritt für Schritt zu gehen, mich nicht von Perfektion bremsen zu lassen und mein eigenes Tempo zu finden. Mit der Zeit wächst das Vertrauen in dich selbst – und irgendwann merkst du: Wow, ich kann das. Ich bin gut darin.

Was ich als Soloselbständige herausfordernd fand, war, alles allein zu entscheiden. Mir hat oft der Austausch gefehlt, der Abgleich, die kritische Stimme von außen. Immer nur im eigenen Kopf zu kreisen, bringt dich irgendwann nicht weiter. Unterstützung habe ich mir leider erst spät gesucht – das würde ich heute anders machen.

Was würdest du heute anders machen, wenn du nochmal von vorne anfangen könntest? 

Ich würde viel schneller einfach ich selbst sein – mit allem, was mich ausmacht. Weniger vergleichen, weniger zweifeln. Mir selbst mehr zutrauen.
Und ich würde mir früher Unterstützung holen – Mentoring, Austausch, Netzwerke. Damals wusste ich gar nicht, wo ich so etwas finde. Heute weiß ich: Das hätte vieles leichter, fröhlicher und schneller gemacht.

 

Hast du eine persönliche Erfolgsgeschichte oder einen Meilenstein, der dich besonders stolz macht? 

Für mich sind es weniger die großen „Wow“-Momente, sondern viele kleine, die sich zu etwas Großem fügen. Jeder neue Auftrag, jedes wertschätzende Feedback, jede Kundin, die nach unserer Zusammenarbeit selbstbewusster durchs Leben geht – das erfüllt mich mit Stolz.

Ich habe gelernt, mich auch über kleine Schritte zu freuen. Denn jeder zeigt mir: Ich bin auf meinem Weg. Und er funktioniert – weil ich ihn auf meine Art gehe.

Hast du ein Vorbild oder eine Mentorin, die dich auf deinem Weg begleitet hat? 

Ich hatte keine direkte Mentorin, aber ich bewundere Frauen, die eine natürliche, spürbare Stärke haben. Die ganz bei sich sind – unabhängig, frei, klar und trotzdem auch warm und weiblich.

Frauen wie Iris Berben oder Katja Riemann. Aber auch viele, denen ich bei Netzwerktreffen oder so im Leben begegne. Frauen wie du und ich, die ihren Weg mutig gehen – das inspiriert mich immer wieder.

Wie wichtig ist dir der Austausch mit Gleichgesinnten in einer Gemeinschaft wie dem FOUR Network? 

Sehr wichtig! Als ich damals gestartet bin, gab es Netzwerke wie das FOUR leider noch nicht – und ganz ehrlich: Das hätte vieles einfacher gemacht. Ein ehrliches, unterstützendes Umfeld, in dem es um Inspiration, Motivation, echtes Miteinander und auch mal um Spaß geht – ohne dass das Geschäftliche zu kurz kommt – ist einfach Gold wert.

Ich liebe diesen unaufgeregten Austausch auf Augenhöhe. Kein Ego-Gehabe, kein Konkurrenzdenken – sondern echtes Interesse, gemeinsames Weiterdenken und die Frage: Was kann ich geben? Wie kann ich mein Gegenüber weiterbringen? Genau das macht für mich ein starkes Netzwerk aus. Wenn alle bereit sind, etwas beizutragen, profitieren am Ende alle – und Wachstum passiert fast wie von selbst.

„Stil ist für mich Ausdruck von Persönlichkeit

– kein Selbstzweck.“

Was bedeutet Erfolg für dich persönlich? Teile deine Definition! 

Äußerer Erfolg bedeutet für mich, sichtbar etwas zu bewegen. Wenn ich merke, dass meine Arbeit einen Unterschied macht – und mein Gegenüber sich über sich selbst freut. Dieses Strahlen, das entsteht, wenn jemand sich in seiner Haut wohlfühlt – das ist für mich echter Erfolg.

Finanzielle Unabhängigkeit gehört auch dazu. Selbstverdientes Geld ist für mich ein Zeichen von sichtbarer Wertschätzung und ermöglicht mir, so zu arbeiten, wie es zu mir passt.

Und dann gibt es noch den inneren Erfolg. Der Moment, in dem ich spüre: Ich bin bei mir angekommen. Ich darf so sein, wie ich bin – mit allem, was ich kann und auch mit dem, was ich (noch) nicht kann. Mein Weg war nicht immer gerade – aber genau durch diese Entwicklung durfte ich wachsen. Das ist für mich Erfolg.

Welchen Tipp würdest du deiner besten Freundin geben, die mit dem Gedanken spielt, sich selbstständig zu machen? 

Mach es – aber mach es auf deine Weise. Nicht nach Schema F, nicht nach den Erwartungen anderer. Sondern so, wie es sich für dich richtig anfühlt.

Vergiss nicht, warum du losgehst. Dein Warum ist dein Kompass – und das, was dich auch durch schwierige Phasen trägt.

Und: Such dir von Anfang an ein starkes Netzwerk – wie das FOUR Network. Sei offen, neugierig, selbstbewusst. Du musst nicht alles wissen oder perfekt können. Du darfst lernen, ausprobieren, wachsen – Schritt für Schritt.